Allgemeines
Richtiges und gutes Werkzeug ist unabdingbar um Bonsai fachgerecht bearbeiten zu können.Der saubere scharfe Schnitt verhindert ein Ausfransen der Wundränder. Die Wahrscheinlichkeit der Feuchtigkeitsansammlung im Wundbereich und damit die Entstehung von Pilzinfektionen sind nach einer fachgerechten Bearbeitung wesentlich geringer. Mit stumpfen und ungeeigneten Werkzeugen wird nicht geschnitten, sondern eher gequetscht oder gerissen.
Werkzeug braucht natürlich auch Pflege, d.h. es muss regelmäßig geschärft und leicht eingeölt werden.
Japanische Scheren und Zangen sind im Verhältnis zu Werkzeugen aus China sehr teuer, halten dafür aber auch länger und sind qualitativ besser. Es gibt sie neben der Standardausführung aus schwarzem Stahl (eine Schere für ca. 20 Euro) auch aus Edelstahl (dann allerdings für ca. 40 Euro).
Auch hier gilt die alte Handwerkerweisheit:
Gutes Werkzeug kauft man nur einmal – schlechtes regelmäßig.
Scheren
Bonsaischeren schneiden anders als herkömmliche Scheren mit beiden Schneiden. Ein sauberer und glatter Schnitt ist somit
gewährleistet.Hier seht ihr eine breite (silberfarbene) Schere, die eine gute Hebelwirkung bietet und somit für gröbere Schnitte geeignet ist.
Die lange schmale Schere ist ideal für Arbeiten im Kronenbereich.
Konkavzangen
Diese Zangen schneiden, wie der Name sagt, nach innen gewölbt. An der Schnittstelle wird Kambium (Wundgewebe) gebildet. Dieses
überwallt den Wundbereich nach innen und verschließt den Schnitt. Der fachgerechte, nach innen gewölbte Schnitt hat
den Vorteil, dass die verheilte Schnittstelle später kaum noch auffällt.Man schneidet grundsätzlich keine Äste, deren Durchmesser größer als die halbe Klingenbreite ist.
Hier habe ich 3 verschiedene Zangen:
Zwei Standardkonkavzangen in verschiedenen Größen und Längen, sowie eine runde Konkavzange mit der bei ungünstigen Schnittwinkeln gearbeitet werden kann.
Wurzelzangen
Wie der Name schon sagt, wird dieses Werkzeug vorzugsweise für Arbeiten im Wurzelbereich eingesetzt.Besonders starke Wurzeln, wie beispielsweise Pfahlwurzeln, lassen sich damit hervorragend entfernen.
Wurzellkrallen und Sichelmesser
Das Sichel- oder Wurzelmesser (in diesem Falle ein Bleimesser) dient dazu, Pflanzen, die in nach innen gewölbten Schalen festsitzen,
schonend herauszuschälen.Die Wurzelkralle (ein-, zwei-, oder dreizinkig) benutzt man, um den Wurzelballen gründlich und dennoch behutsam zu entflechten.
Schaufelkrallen und Pinzetten
Das sind nützliche Utensilien um beispielsweise Moos aufzulegen, Unkräuter auszuzupfen, Blüten und Blätter zu entfernen
etc. etc.Gießwerkzeuge
Der richtigen und schonenden Bewässerung seiner Bäume sollte man besonders viel Aufmerksamkeit schenken. Dafür gibt es
verschiedene Werkzeuge.Sehr nützlich und empfehlenswert sind Ballbrausen, die gerade bei frisch getopften Bäumen ein schonendes Bewässern ermöglichen. Durch die relativ feinen Wasserstrahlen wird verhindert, dass die Erde leicht weggeschwemmt wird. Auch bei trockener Erdoberfläche ist die Ballbrause von Vorteil, da ein Abperlen des Wassers aus dem vorgenannten Grund nahezu vermieden wird.
Ballbrausen gibt es mit kurzen und langen Brausen.
Wer es noch feiner möchte, sollte die Anschaffung eines Drucksprühers in Erwägung ziehen. Hiermit lässt sich das unter Druck stehende Wasser regelrecht zerstäuben. Gerade zum Übersprühen von Indoors ist ein solches Gerät sehr geeignet.
Erdsiebe und Schaufeln
Wer Wert darauf legt, sein Substrat nach Körnung sortiert in die Schale zu bringen, benötigt ein Erdsieb.Es gibt hier unterschiedliche Einsätze mit verschiedenen Maschenweiten (3,5,7 mm).
Sehr hilfreich beim Einfüllen des Substrates sind Erdschaufeln, mit und ohne Sieb, in verschiedenen Größen.
Sägen
Flexible Sägen sind sehr nützlich um Äste relativ nahe am Stamm entfernen zu können. Bonsaisägen arbeiten
auf Zug und nicht auf Stoß.Bilder und Text wurden uns von Rentner zur Verfügung gestellt.